Trends im spanischen Immobiliensektor bis 2026
Der spanische Immobilienmarkt befindet sich in einer Transformationsphase, die durch eine Kombination aus weiterhin starker Nachfrage und einem in vielen Regionen unzureichenden Angebot angetrieben wird. Einerseits sollen die Immobilienpreise in Spanien laut BBVA Research 2025 um 7,3 % und 2026 um 5,3 % steigen. Andererseits verändern Faktoren wie die Digitalisierung, das Interesse internationaler Investoren und neue Wohnformate (Miete, Renovierung, energieeffiziente Wohnungen) die Art, den Ort und die Gründe für Immobilieninvestitionen.
In diesem Kontext wird 2026 kein Jahr unerwarteten Booms, sondern ein Jahr der Konsolidierung und Nuancen sein: Die Preise werden weiter steigen – wenn auch moderater – mittlere Segmente werden an Bedeutung gewinnen, und Geschäftsmodelle werden Immobilieninvestitionen an die neuen Realitäten von Ersparnissen, Regulierung und Technologie anpassen.
- Offensichtliches Preiswachstum und Druck auf das Angebot
Die zentrale Herausforderung im Jahr 2026 wird nicht nur sein, wie stark die Preise steigen, sondern wer Zugang zu Wohnraum hat und unter welchen Bedingungen. Die jüngsten Zinserhöhungen und steigenden Grundstückskosten haben einen Teil der Nachfrage in alternative Segmente verlagert: Mieten, Wohnungsgenossenschaften, Gebäudesanierungen oder gestreckte Kaufmodelle, einschließlich Mietkaufoptionen.
Die Käufer ändern sich ebenfalls. Junge und mobile Fachkräfte bevorzugen gut angebundene Standorte, Energieeffizienz und flexible Nutzung gegenüber traditionellem Eigentum. Gleichzeitig suchen Privatinvestoren greifbare Projekte mit kürzerer Laufzeit und stabiler Rendite, was den Aufstieg von Immobilien-Crowdfunding und partizipativen Finanzierungsplattformen erklärt.
- Neue Investitionsnischen (für diejenigen, die investieren können)
Das Wohnungsdefizit in Spanien bleibt eine der größten Herausforderungen des Marktes. Schätzungsweise fehlen rund 600.000 Wohnungen, während die Baugenehmigungen voraussichtlich etwa 135.000 im Jahr 2025 und 145.000 im Jahr 2026 erreichen werden. Diese Lücke treibt die Preise nach oben, eröffnet aber auch Investitionsmöglichkeiten in Segmenten wie nachhaltigem Wohnen, Renovierungen, langfristigen Vermietungen oder Studentenwohnheimen.
Die aktuelle Nachfrage priorisiert Energieeffizienz, gute Lage und flexible Nutzung, was den Übergang zu einem nachhaltigeren und digitalisierten Immobilienbestand verstärkt. Effiziente Projekte werden 2026 an Bedeutung gewinnen, während Technologie – von virtuellen Besichtigungen bis hin zum Online-Management – die Transparenz verbessert und den Zugang neuer Investoren erleichtert. Die Digitalisierung senkt Eintrittsbarrieren, erweitert die Reichweite von Investoren und Mietern und stärkt die Markttransparenz.
- Änderungen in der Finanzierung, im Zinsumfeld und im Anlegerverhalten
Nach mehreren Jahren steigender Zinssätze wird erwartet, dass sich die Finanzierungsbedingungen stabilisieren und der Zugang zu Krediten etwas erleichtert wird, ohne die außergewöhnlich niedrigen Niveaus der Nach-Pandemie-Zeit zu erreichen. Dieses ausgewogenere Szenario ermöglicht eine weiterhin aktive Nachfrage, erfordert jedoch auch robustere und besser strukturierte Projekte.
Gleichzeitig gewinnen alternative Finanzierungsmodelle an Bedeutung. Mit vorsichtigeren Banken ermöglichen regulierte Crowdfunding-Plattformen wie Urbanitae Privatinvestoren den Zugang zu Projekten mit definierten Laufzeiten und sichtbaren Renditen. Dieser Wandel definiert auch das Anlegerprofil neu, das nun kürzere, sicherere und transparentere Projekte sucht, die auf Vermietung, Renovierung oder Immobilienanleihen ausgerichtet sind, anstatt sich ausschließlich auf langfristige Wertsteigerung zu verlassen.
- Geografische Segmentierung, Tourismus und Internationalisierung der Käufer
Der Immobilienmarkt wird sich 2026 nicht einheitlich verhalten: Große Städte, Metropolregionen und bestimmte touristische Ziele werden weiterhin Dynamik zeigen, während andere Regionen eine Verlangsamung erleben könnten. Ein klares Beispiel sind die Balearen und Kanarischen Inseln, wo ein signifikanter Rückgang bei Wohnungskäufen zu beobachten ist.
Diese Anpassung bedeutet keinen generellen Verlust des ausländischen Interesses, sondern vielmehr eine Neustrukturierung des internationalen Käuferprofils. Während der Anteil britischer Käufer zurückgeht, wächst das Interesse anderer Europäer – wie Deutsche, Niederländer oder Franzosen – sowie institutioneller Investoren, die touristische oder mittel- bis langfristige Mietobjekte suchen. Diese Entwicklungen bestätigen, dass geografische und typologische Segmentierung entscheidend sein wird: Der urbane Markt verhält sich anders als der Küstenmarkt, und Wohnimmobilien unterscheiden sich von Ferienvermietungen oder Coliving.
Fazit
Mit Blick auf 2026 steuert der spanische Immobilienmarkt nicht auf einen „generellen Einbruch“ zu, sondern auf ein Szenario der Anpassung und Transformation: Die Preise werden weiterhin steigen, wenn auch moderater; ein strukturell begrenztes Angebot wird Investitionsnischen schaffen; die Nachfrage nach Nachhaltigkeit und Effizienz wird zunehmen; und das finanzielle sowie nachfrageseitige Umfeld wird sich auf neue Profile und Formate einstellen.
Für Investoren – sei es Vermögens-, institutionelle oder Privatinvestoren – wird der Schlüssel sein, sich diesen Nuancen anzupassen: auf gut gelegene Assets zu setzen, die den neuen Kriterien für Nachhaltigkeit und Management entsprechen, und Konzentrationen in Bereichen oder Typologien zu vermeiden, die strukturellen Veränderungen ausgesetzt sind. In diesem Szenario werden zugängliche und regulierte Plattformen, die eine professionelle Beteiligung am Immobiliensektor ermöglichen, zunehmend relevant.